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BEISPIELFALL

AUSZAHLUNG VERWEIGERT

Thomas M., 54

IT-Projektleiter aus München Schaden: 47.000 € Online-Broker / Krypto

Der erste Kontakt

Es begann im März 2024. Thomas M. scrollte durch seinen Facebook-Feed, als ihm eine Werbeanzeige ins Auge fiel: Ein bekannter deutscher Unternehmer – oder jemand, der vorgab, dieser zu sein – berichtete von seinen Erfolgen mit Kryptowährungen. "Mit nur 250 Euro Startkapital zur finanziellen Freiheit", versprach die Anzeige.

Thomas war eigentlich eher skeptisch gegenüber solchen Versprechen. Als IT-Projektleiter kannte er sich mit Technologie aus und wusste, dass viele Online-Angebote unseriös sind. Aber die Plattform "CryptoTrade Pro" – eine typische Fake Trading-Plattform – wirkte anders. Professionelle Website, ausführliche FAQ-Sektion, sogar ein Impressum mit einer Londoner Adresse und Teamfotos, die absolut echt wirkten.

"Ich habe mir gedacht: Ich informiere mich einfach mal. Was kann schon passieren? Ich war ja nicht naiv – dachte ich zumindest."

– Thomas M.

Er füllte das Kontaktformular aus. Einige Stunden später klingelte sein Telefon. Am anderen Ende: Ein freundlicher Mann mit leichtem Akzent, der sich als "Senior Investment Advisor" vorstellte.

Die Vertrauensbildung

Der Berater, "Markus", war geduldig. Er erklärte Thomas die Grundlagen des Krypto-Handels, sprach über Bitcoin, Ethereum und die "revolutionäre Blockchain-Technologie". Er drängte nicht auf eine sofortige Investition, sondern schickte erst einmal Informationsmaterial per E-Mail. Als IT-Projektleiter dachte Thomas, dass Markus wirklich Ahnung von der Materie hatte.

Nach drei Tagen rief Markus wieder an. Er bot Thomas einen "Testaccount" an – mit 250 Euro Startguthaben, das die Plattform quasi als Bonus bereitstellte. Thomas müsste nur seine eigene Ersteinzahlung von ebenfalls 250 Euro tätigen, um den Bonus zu aktivieren.

Das klang fair. Thomas überwies die 250 Euro per Kreditkarte.

Innerhalb von zwei Wochen zeigte das Dashboard beeindruckende Gewinne. Aus den 500 Euro waren angeblich bereits 1.800 Euro geworden. Markus rief an, gratulierte zu den "erfolgreichen Trades" und erklärte, wie viel mehr möglich wäre mit einer größeren Investition.

Die Eskalation

Thomas war überzeugt. Im April zahlte er weitere 5.000 Euro ein. Markus gratulierte ihm zum "Premium-Status" und versprach noch bessere Konditionen.

Im Mai folgte der nächste Schritt. Markus sprach von einer "einmaligen Gelegenheit": Ein "Insider-Trade" auf eine neue Kryptowährung, die kurz vor dem Durchbruch stehe. Aber dafür sei ein "Gold-Konto" nötig – Mindesteinlage: 15.000 Euro.

Investitions-Timeline

März 2024

Erste Kontaktaufnahme über Facebook-Werbung

März 2024

Registrierung und erste Einzahlung

5.000 €

April 2024

Zweite Einzahlung nach "Gewinnen"

10.000 €

Mai 2024

Dritte Einzahlung für "Premium-Konto"

15.000 €

Juni 2024

Vierte Einzahlung für "exklusive Chance"

17.000 €

Juli 2024

Erster Auszahlungsversuch – abgelehnt

August 2024

Kontakt zu Rechtsanwälte Ritschel & Keller

Gesamtschaden47.000 €

Mitte Juni zeigte das Dashboard einen Kontostand von über 180.000 Euro. Nach seinen Berichten überlegte er bereits, was er mit dem Geld machen würde.

Der Wendepunkt

Ende Juni wollte Thomas erstmals Geld auszahlen lassen – nur 10.000 Euro, um zu sehen, ob es funktioniert. Er klickte auf "Auszahlung beantragen" und wartete.

Zwei Tage später der Anruf von Markus: "Leider gibt es ein kleines Problem mit Ihrer Auszahlung." Aufgrund einer neuen EU-Regulierung müsse Thomas zunächst eine "Steuerkaution" von 15% hinterlegen, etwa 27.000 Euro. Sobald diese gezahlt sei, würde der gesamte Betrag inklusive Kaution freigegeben.

Die Ausreden der Betrüger:

  • "Die EU-Regulierung verlangt eine Steuerkaution vor Auszahlungen."
  • "Ihr Konto wurde wegen verdächtiger Aktivitäten eingefroren. Zahlen Sie eine Sicherheitsgebühr zur Entsperrung."
  • "Die Blockchain-Transaktionsgebühren sind aktuell sehr hoch. Wir brauchen einen Vorschuss."
  • "Unser Compliance-Team benötigt einen Nachweis Ihrer Zahlungsfähigkeit."

Zum ersten Mal wurde Thomas misstrauisch. Er recherchierte online und fand Warnungen über ähnliche Plattformen. Er versuchte, Markus zu erreichen, aber plötzlich war der freundliche Berater nicht mehr erreichbar. Die Telefonnummer funktionierte nicht mehr.

Stattdessen meldete sich ein "Michael aus der Compliance-Abteilung", der erklärte, dass Markus leider erkrankt sei, aber er gerne weiterhelfen würde. Die Geschichte wurde immer wirrer: Mal waren es Steuerprobleme, mal Geldwäscheverdacht, mal technische Schwierigkeiten.

Allen gemeinsam: Ohne weitere Zahlung gäbe es kein Geld zurück.

Die Warnzeichen im Rückblick

Erst als Thomas mit uns sprach, wurde ihm bewusst, wie viele typische Warnzeichen von Anlagebetrug er übersehen hatte:

Besonders perfide: Die Betrüger hatten Thomas' Vertrauen über Monate aufgebaut. Sie kannten seinen Namen, fragten nach seiner Familie, erinnerten sich an Details aus früheren Gesprächen. Diese persönliche Beziehung machte es umso schwerer, den Betrug zu erkennen.

Die Folgen

Die 47.000 Euro waren ein erheblicher Teil der Altersvorsorge von Thomas und seiner Frau. Noch schlimmer als der finanzielle Verlust war die psychische Belastung:

"Ich habe mich so geschämt. Ich bin IT-Fachmann... ich sollte so etwas doch erkennen! Wochenlang konnte ich meiner Frau nicht in die Augen schauen. Ich hatte Schlafstörungen und habe mich von Freunden zurückgezogen. Das Gefühl, so naiv gewesen zu sein, war fast schlimmer als der Geldverlust."

– Thomas M.

Der Weg zur Hilfe

Im August 2024 wandte sich Thomas an unsere Kanzlei. Bei der kostenlosen Erstberatung analysierten wir seinen Fall und erstellten eine Strategie:

1

Beweissicherung

Sämtliche E-Mails, Chat-Verläufe, Screenshots und Zahlungsbelege wurden gesichert und dokumentiert. Erfahren Sie mehr über die wichtigsten Beweismittel.

2

Strafanzeige

Wir erstatteten eine detaillierte Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft mit allen gesammelten Beweisen.

3

Chargeback-Verfahren

Da Thomas teilweise per Kreditkarte gezahlt hatte, leiteten wir ein Rückbuchungsverfahren bei seiner Bank ein.

4

Internationale Zusammenarbeit

Über unser Netzwerk konnten wir Informationen über die Hintermänner sammeln.

Das Ergebnis

Durch unser schnelles Handeln konnten wir bei den involvierten Banken eine Kontosperre erwirken. Die Betrüger hatten noch nicht alle Gelder abgezogen. Für Thomas konnten wir so Gelder in Höhe von 28.500 Euro sichern und zurückholen, ein Großteil seiner Einzahlungen.

Thomas' Botschaft an andere Betroffene:

"Wartet nicht zu lange, bevor ihr euch Hilfe holt. Jeder Tag zählt. Je schneller die Anwälte handeln können, desto größer die Chance, dass das Geld noch da ist. Und lasst euch nicht einreden, ihr wärt selbst schuld."

– Thomas M.

Erkennen Sie Ihre Situation wieder?

Wenn Ihnen diese Geschichte bekannt vorkommt – wenn Sie bei einem Online-Broker investiert haben und nun Probleme bei der Auszahlung erleben – sollten Sie schnell handeln. Je früher wir eingreifen können, desto größer sind Ihre Chancen auf Rückerstattung.

Rechtsanwaltliche Unterstützung

Unsere Kanzlei begleitet Anleger umfassend bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche. Dies umfasst sowohl die Erstellung und Begleitung der Strafanzeige als auch die Geltendmachung zivilrechtlicher Forderungen sowie die Prüfung internationaler Verflechtungen.